Haases                Papiertheater

Aus der Geschichte des Papiertheaters


Bereits um 1820 entstanden in England, Deutschland und Österreich die ersten Papiertheater. Durch die Erfindung der Lithographie ließen sich Papierbögen preiswert bedrucken, und es gab kaum einen bürgerlichen Haushalt, in dem ein Papiertheater fehlte. Mit Begeisterung wurde ausgeschnitten, geklebt und gebastelt, um Freunden und Bekannten eine spektakuläre Aufführung im eigenen Wohnzimmer zu bieten. Auf der kleinen Bühne wurde nachgespielt, was man zuvor im „richtigen“ Theater und in der Oper gesehen hatte. Findige Verlage brachten immer neue Szenenbilder und Figurenbögen samt den dazugehörigen Textheften heraus.

 

Nach dem ersten Weltkrieg gerieten die kleinen Theater in Vergessenheit. Radio und Kino, und später auch Fernsehen und Computer, wurden zu einer übermächtigen Konkurrenz.  Doch seit den 1980er Jahren lebt die alte Tradition des Papiertheaters wieder auf. Sammler interessieren sich für die nostalgisch anmutenden Theater, und traditionelle wie auch moderne Stücke werden wieder aufgeführt. Es gibt eine internationale Szene in Europa und sogar in Übersee; man trifft sich auf Festivals wie z.B. dem größten Papiertheatertreffen weltweit in Preetz bei Kiel.

 

Das Papiertheater ist keinesfalls nur „Altpapier“! Es ist ein wunderbares, kreatives Medium, das die Fantasie der Zuschauer beflügelt und in eine zauberhafte Welt entführt.

 

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